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Saturday, July 5 • 14:15 - 15:15
Gemeinnütziger Journalismus – ein Weg aus der Krise?

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In den USA boomt der gemeinnütziger Journalismus. In den vergangenen Jahren sind dutzende Recherchebüros gegründet worden. Vom großen Newsroom ProPublica bis zur lokalen Investigative Post in Buffalo gibt es etliche Modelle. Sie arbeiten an spannenden, oft investigativen Themen, publizieren im Netz und werden vor allem durch Spenden finanziert.

Das besondere daran: weil sie gemeinnützig sind, können sie Spenden annehmen und Zuwendungen an die Büros sind von den Steuern absetzbar. So wird privates Geld mobilisiert.

Die Folgen sind beachtlich: Die Redaktionen haben keinen Verlagsmanager im Nacken, der vor allem Profit sehen will. Sie können kritisch berichten – ohne Rücksicht auf Anzeigenkunden, Verlegerfilz und Medienagenda. Ihre Unabhängigkeit ermöglicht Nonprofit-Redaktionen, Themen anzupacken, die sonst im Mainstream untergehen würden.

Wir wollen darüber diskutieren, ob gemeinnütziger Journalismus einer von vielen Wegen für Deutschland wäre, die Medienkrise zu überwinden.

Denn für gemeinnützig arbeitende Journalisten reicht es nicht, Agenturmeldungen umzuschreiben und Klickmonster zu produzieren. Ihre Geschichten müssen so gut sein, dass die Leser dafür gerne Geld geben. Gemeinnützigkeit kann den Journalismus verändern.

Aber leider kann Journalismus in Deutschland momentan nicht gemeinnützig sein. Denn er ist nicht durch die Abgabenordnung als Aufgabe für den Staat anerkannt. Wir stellen deshalb die Frage: Warum sind in Deutschland der Verbraucherschutz oder die Sportförderung gemeinnützig – guter Journalismus aber nicht?

Thomas Nückel von der FDP hat für sich eine Antwort gefunden. Er will die Abgabenordnung nun ändern. Er hat deswegen eine entsprechende Gesetzesinitiative in den NRW-Landtag eingebracht. Sein Ziel: die Landesregierung NRW soll über den Bundesrat die Abgabenordnung entsprechend anpassen.

Mit ihm zusammen werden Tabea Rößner, Medienpolitische Sprecherin der Grünen Bundestagsfraktion, und Ines Pohl,  Chefredakteurin der taz diskutieren.

Wo sind die Schwierigkeiten für gemeinnützigen Journalismus, wo die Chancen.

Das Format ist offen; das Publikum und die Pressevertreter sind eingeladen mitzudiskutieren.


Moderatoren
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Sonja Volkmann-Schluck

n-ost
Leitung Textbereich beim Netzwerk für Osteuropaberichterstattung n-ost in Berlin. Zuständig für das Osteuropa-Magazin ostpol.de. Vorher arbeitete sie in den Wirtschaftsredaktionen des SWR und des RBB. Gastredakteurin bei polnischen Medien. Studium der Politik- und Kommunikationswissenschaft in München, Masterabschluss an der London School of Economics. Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule (DJS).

Referenten
TN

Thomas Nückel

Abgeordneter des Landtages NRW, FDP
Thomas Nückel sitzt seit 2012 für die FDP im NRW-Landtag. Er ist dort medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Er wohnt in Herne. Vor seiner politischen Karriere war Nückel als freier Journalist für verschiedene Printmedien und Sender tätig, u.a. für BBC und WDR. Er kennt die Probleme der Branche aus eigener Anschauung und sucht nach Lösungen. Einer dieser Wege kann seiner Meinung nach der... Read More →
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Ines Pohl

Chefredakteurin, taz
Nach dem Magister in Skandinavistik und Germanistik in Göttingen 1995, volontierte Ines Pohl bei der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen (HNA)”. Anschließend war sie als Lokalredakteurin tätig und forschte an der Uni Oslo zum Gesundheitswesen. Von 2005 bis 2008 war sie stellvertretende Leiterin des HNA-Politikressorts in Kassel und ging 2008 für die Ippen-Gruppe als Hauptstadtkorrespondentin... Read More →
TR

Tabea Rößner

Abgeordnete des deutschen Bundestages, Bündnis 90/ Die Grünen
Tabea Rößner sitzt seit 2009 im Bundestag. Dort ist sie Sprecherin für Medienpolitik und Demografie, außerdem hat sie einen ständigen Sitz im Ausschuss für Kultur und Medien, und ist Obfrau im Unterausschuss Neue Medien. In der Enquete-Kommission "Internt und digitale Gesellschaft" hat sie einen von zwei grünen Sitzen. Tabea Rößner hat in Mainz das Aufbaustudium Journalismus absolviert und einige... Read More →
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David Schraven

Publisher, CORRECTIV
CORRECTIV is Germanys first non-profit investigative newsroom. David Schraven leads CORRECTIV as publisher. After spending time at taz and Süddeutsche Zeitung he worked as a freelance journalist in the business and North Rhine-Westphalia departments of the Welt-group. While working as a guest journalist for Time Magazine, David was in New York on September 11th when the towers fell. He also founded the political blog „Ruhrbarone“. Between... Read More →


Saturday July 5, 2014 14:15 - 15:15
K6 Personen & Projekte

Attendees (8)